Archiv der Kategorie: Hörbuch

Viola Linnea und das Sandkleid.

Ein Blog will mit Leben gefüllt sein. Dieser hier auch. Ich hab ihn auch wirklich unglaublich gerne, den BuchBarBlog. Damit muss ich einsteigen. Das muss ich euch sagen. Ausdrücklich. Muss ich. Denn ich blogge nicht so oft, wie ich es gerne tun würde.
Das liegt zum einen an diesem Ding mit der Zeit und zum anderen hab ich noch keine Ahnung, was Euch interessiert.
Darum habe ich damit begonnen (und werde nicht müde) Euch in meinen Social Media-Kanälen zu fragen: Worüber soll ich hier mal was schreiben und erzählen?
Das gilt übrigens auch hier und jetzt im Blog. Immer her mit Euren Ideen und Fragen – einfach unten kommentieren!

Kupferklümpchen möchte etwas zur/über die/meine Stimme wissen. Tina über Hörbücher aus der Kindheit. Die beiden Themen habe ich auf dem Schirm, möchte, muss und will dafür aber noch ein bisschen recherchieren.

Silke hat auch auf meine Frage reagiert und schrieb: „Ich könnte mir vorstellen, dass du uns auf deinem Blog erzählst, welche ersten Erinnerungen du an das Thema Bücher, Lesen etc. hast“.

Ich las die Frage und musste nachdenken. Bücher waren immer ein Teil meines Lebens. Bei uns wurde immer und viel (vor)gelesen. In der Schule fand ich diese Vorlesespiele immer ganz spaßig. Erinnert ihr euch? Der Erste fängt an eine Geschichte vorzulesen; verhaspelt er sich, ist der Nächste dran. Laut Texte lesen … Warum brauchte es eigentlich diesen Blogeintrag hier, damit ich sehe, dass mein Weg immer schon vorbestimmt war?

Meine allerliebste Buch-Erinnerung ist „Lotta aus der Krachmacherstraße“. Von Astrid Lindgren.
Es erschien damals im Verlag „Sonne, Mond und Sterne“. Das weiß ich noch, weil ich das einen ganz tollen Namen fand und verzückt von dem Logo war. Geliebt habe ich Lotta. Lotta aus der Krachmacherstraße. Das kleine, rawotzige*, liebenswerte Mädchen, das sich nichts gefallen ließ und ihr Ding gemacht hat. Beispiel? Lotta streitet sich mit ihrer Mutter, weil sie den blöden Kratzpulli nicht anziehen will – und weil die Mutter das nicht einsieht, schnappt sich Lotta ihre Lieblingspuppe Viola Linnea und zieht zu Tante Berg auf den Dachboden. Da findet sie es zwar dann bald blöd, weil sie da so alleine ist, aber sie bleibt trotzig und kommt erst wieder nach Hause, nachdem ihr Vater sie auf dem Dachboden besucht und sie bittet nach Hause zu kommen.

Ich sitze gerade lachend vor meinem Rechner und verstehe gerade, warum ich Lotta so geliebt hab – und es noch immer tue.

Es gibt wohl fünf Lotta-Bücher, ich erinnere mich aber nur an die ersten beiden. Die zwei sind meine Lotta-Welt. In der hat sie ihr Samtkleid übrigens konsequent Sandkleid genannt. Und auf der anderen Seite des Buchs musste Mama Tefert dann zur Nähmaschine greifen und mir auch ein Sandkleid nähen. Und ratet, wie wohl meine hübsche Porzellanpuppe hieß?

Ganz toll fand ich auch „Der kleine Vampir“ – vor allem weil es da eine Anna gab. Und die trug das Parfum „Mufti Eleganti“. Ich weiß leider nicht mehr, welcher meiner Brüder es war, aber einer von Beiden hat mir ein Parfum geschenkt und gesagt, es sei „Mufti Eleganti“. Ich erinnere mich nicht mehr an den Duft, aber ich habe es geliebt.

Ich hab auch die „Rätsel um..“ Bücher von Enid Blyton verschlungen und „Die fünf Freunde“ sowieso. So intensiv wie „Lotta“ war aber, mein ich, kein anderes Buch. Die Ausgaben, die ich früher hatte, gibt es leider nicht mehr – und ich weigere mich die mit dem neuen Cover zu kaufen und die Verfilmung habe ich nie gesehen.

„Ich könnte mir vorstellen, dass du uns auf deinem Blog erzählst, welche ersten Erinnerungen du an das Thema Bücher, Lesen etc. hast“.

Liebe Silke. Das sind so mit meine ersten Erinnerungen – und bis heute ist es so, dass es mich glücklich macht ein Buch in der Hand zu halten. Sobald ich es lese, werde ich ein Teil von ihm. Und wenn das Leben zwischendurch mal meint, ich soll den blöden Kratzpulli anziehen, kommt die Lotta in mir durch – und zieht den blöden Pulli ganz bestimmt nicht an.

Ich möchte Silkes Frage an sie selbst zurück-, und an euch weitergeben: Welche ersten Erinnerungen an das Thema Bücher, Lesen habt ihr?

Anna

* „rawotzig“ ist ein Tefert´scher Ausdruck für „seeehr trotzig, dabei aber nie das Ziel aus den Augen verlierend“


Und dann sind die letzten Worte eingesprochen.

Gestern Abend habe ich den letzten Satz eingesprochen. In zwei Versionen. Im Schnitt wird sich zeigen, welche Version es wird. Welche den „Es-ist-zu-Ende-aber-es-wird-weitergehen“-Punkt trifft.

„Wintertöchter. Die Kinder“ ist also fertig eingesprochen. Ein weiterer Teil der Geschichte von Anneli, Marie und der Dede erzählt. Eine wieder unglaublich emotionale Zeit liegt hinter mir, denn der zweite Teil der Wintertöchter steht dem Ersten in nichts nach. Nein. Wirklich nicht. Mignon Kleinbek legt sogar noch einen drauf.

Nach der Emotion kommt die Ratio.

Jetzt folgt der kopflastige Teil. Der Schnitt. Habe ich den Text richtig abgelesen oder sind mir inhaltliche Fehler unterlaufen? In diesem Fall muss der besagte Teil nachproduziert und hinzugefügt werden. Manche Sätze, manche Passagen habe ich mehrfach eingesprochen, jetzt gilt es den mit der besten Betonung rauszusuchen und ihn so an der vorangegangenen Text zu schneiden, dass ihr den Schnitt später nicht hört. Dieser Teil der Arbeit am Hörbuch ist anders als das Einsprechen; an Konzentration buße ich aber nichts ein. Denn der Schnitt funktioniert nicht „mal eben so nebenbei“, die Gefahr etwas zu überhören ist groß.
Ich kann euch gar nicht sagen, wie oft ich das Buch „Wintertöchter. Die Kinder“ gelesen haben werde, wenn der letzte Schnitt gesetzt ist. Drei bis vier Mal locker. Vermutlich eher fünf Mal.

Ich freu mich schon jetzt wahnsinnig auf den dritten und finalen Teil der Wintertöchter-Trilogie. Und wisst ihr noch etwas? Ich bin unsagbar stolz, die Stimme der Wintertöchter sein zu dürfen. Wirklich stolz.

Anna

Aus dem Leben einer Hörbuchsprecherin.

Ok. Wow. Zwei Monate sind schon wieder vergangen. Zack. Ich hole das nach. Jetzt.

Ich platze vor Stolz. Ehrlich. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich in meinem Leben schonmal so stolz auf mich selbst gewesen bin und das auch zugelassen habe.
Am 31.12.2020 ist „Wintertöchter. Die Gabe“ als Hörbuch in den Verkauf gegangen.

Wintertöchter. Die Gabe
Geschrieben von Mignon Kleinbek
Erschienen im pinguletta Verlag
Gesprochen von Anna Tefert

Der Name unten.
Das ist meiner.
Wahnsinn.
Bestimmt könnte man es für unprofessionell halten, dass ich mich öffentlich darüber so freue. Ich könnte auch bitchy-cool sein. Aber so bin ich nicht. Ich freue mich. Und ich werde mich über jedes weitere Hörbuch, das ich in Zukunft einspreche, freuen und stolz sein.

Die BuchBarWoche.

Meine erste „BuchBarWoche“ liegt hinter mir.
Ich hatte ja letztes Jahr entschieden, ab 2021 eine Woche im Monat kein Radio zu machen, sondern stattdessen Zeit fürs Hörbuchsprechen zu haben. Vergangene Woche war es soweit und die erste Woche, die ich rein für die BuchBar hatte, war da.

Ich hatte viele Erwartungen und keine. Ich hab so viel auf meiner Agenda stehen. So vieles, um das ich mich kümmern möchte. Dinge, die ich recherchieren möchte. Dinge, die ich angehen möchte. Aber – Achtung Spoiler: Dafür braucht es mehr als eine erste Woche… Verdammt.

Die ersten beiden Tage bin ich noch ein wenig ums Studio herumscharwenzelt. Dienstag hab ich den Rechner hochgefahren, was gut war, weil ich einige Updates machen musste, wie ich dann sah. Vorarbeiten. Vorbereitungen. Ich hatte ein bisschen neuen Schnickes gekauft. Ein neues Tablet, eine App, die alle Formate lesen kann und mit der ich auch den Text markieren kann. Einen Tablet-Arm für den Tisch, damit ich die Hände beim Sprechen frei habe und damit ich kein Seitenblättern auf der Aufnahme habe (was wirklich nervig im Schnitt ist). Da musste ich mich ein bisschen eingrooven. Damit es dann am dritten Tag der Woche losgehen konnte.

Mein BuchBarTag startet gegen 12 Uhr. Ich wollte deutlich eher starten, aber das bringt nichts. Mein BuchBarStudio hat eine gute Akustik und wenn es ruhig ist, ist es ruhig. Aber morgens fahren LKW vorbei. Viele LKW. Obwohl wir wirklich ländlich leben. Nun. Lange Rede: Das LKW-Brummen wäre auf den Aufnahmen, die ich dann alle drei Minuten unterbrechen müsste. Das ist einfach nicht praktikabel. Also starte ich um 12.

Ich spreche gerade „Wintertöchter. Die Kinder“ ein – und wer findet: „Der erste Teil ist der Hammer“ dem sei gesagt: Im zweiten Teil setzt Autorin Mignon Kleinbek noch einen drauf.
Die Geschichte von Anneli, Marie und der Dede wird noch intensiver – und das fordert mich als Hörbuchsprecherin. Emotionen sind anstrengend. Im realen Leben, aber auch beim Hörbuchsprechen. Geht es Anneli schlecht, dann geht es auch mir schlecht. Geht es der Dede gut, dann geht es mir auch gut. Geschehen beide Handlungsstränge in einem Kapitel, muss ich zwischen den starken Gefühlen hin und herspringen und darf sie nicht vermischen. Ein Abschnitt war so traurig, dass ich danach eine Pause machen, durchatmen und mich ablenken musste, um die Traurigkeit wieder abzulegen. Da passte es sehr gut, dass es geschneit hatte und ich darum dringend raus in den Schnee musste mit unserem Hund.

Bevor ich ein Kapitel einspreche, lese ich mich laut ein und arbeite mit dem Text. Die Figuren der Wintertöchter sind mir vertraut. Aber in jedem Kapitel muss ich erst herausfinden, welche Gefühle sie durchleben werden und wie es ihnen geht. Ich spreche die Sätze laut und finde heraus, mit welcher Betonung ich dem Satz gerecht werde. Das macht ihr, wenn ihr ein Buch leise lest, automatisch. Das macht ihr übrigens auch, ohne nachzudenken, wenn ihr euch unterhaltet. Jeder Satz hat ein sinngebendes Wort – und das betont ihr beim Reden von selbst, ohne darüber nachzudenken.

Die Kapitel in „Wintertöchter. Die Kinder“ sind lang. Ich komme ungeschnitten auf eine gute Stunde, meist mehr. Ich schätze, sie werden dann nach dem Schnitt locker 45-50 Minuten lang sein. Ich bin gut voran gekommen in meiner BuchBarWoche; saß jeden Tag bis spät abends im Studio. Am Ende des Tages muss ich mit dem Einsprechen aufhören, weil ich zu unkonzentriert werde und dann kaum noch einen geraden Satz lesen kann- oder meine Stimme befindet dann nach vielen Stunden, dass es jetzt reicht. Das ist dann aber auch völlig ok. In meiner BuchBarWoche habe ich über die Hälfte des Buchs eingesprochen.
Bis zur nächsten BuchBarWoche dauert es jetzt noch drei Wochen.
Das Hörbuchsprechen geht aber weiter. Nach der Arbeit beim Radio.

Ohne würde ich es nicht mehr aushalten.

Zeit für Veränderung.

Da ist er wieder rum der Monat. Heute war es wieder da: Das Bedürfnis endlich wieder zu bloggen. Heute gehts mal ein bisschen in die Anna-Innenwelt.

Ich mag das Gefühl nicht, auf der Stelle zu treten. Und das tue ich seit einiger Zeit. Ich werde meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Das hasse ich. Habe ich festgestellt. Ehrlich. Es muss sich etwas ändern.

Ich möchte so viel mehr in der BuchBar machen. Ich möchte mich als Hörbuchsprecherin auf den Markt werfen und alle hören lassen: Ja. Es gibt viele gute Hörbuchsprecherinnen. Aber es gibt mich noch nicht. Hier bin ich.

Aber mir fehlt die Zeit. Lange konnte ich das Meiste parallel zu meinen Radiojobs machen. Das ist nicht mehr der Fall. Das geht nur noch halbherzig und das zeckt mich richtig an. Da bin ich raus. Als ich mich mit meiner Schwägerin Ulrike darüber unterhalten habe sagte sie „Halbe Sachen sind nicht Dein Ding. Ich weiß.“ Da bin ich ins Grübeln geraten. Ist das so? Mein Selbstbild ist ein anderes. So habe ich mich nicht wahrgenommen – aber am Ende habe ich ihr Recht gegeben und habe eine Entscheidung getroffen.

Ab 2021 habe ich eine Woche im Monat rein für meine BuchBar. Zeit fürs Sprechen unabhängig von der Frühschicht vorher. Zeit für Webinare und Workshops. Zeit für meine Zukunft als Hörbuchsprecherin. Darauf freue mich sehr und kann es kaum erwarten. Der Vorteil zzt ist, dass die Zeit schnell vorbei geht.

Zeit für Veränderung.

Wann hast Du Dich das letzte Mal für Dich und das, was Du liebst entschieden?

Anna

Der letzte Schnitt ist gesetzt

Einmal im Monat. Einmal im Monat denke ich „Du musst echt mal wieder bloggen“. Das hab ich gerade gesehen, als ich mich eingeloggt habe, weil ich dachte „Du musst echt mal wieder bloggen“.

Gestern, am späten Abend, habe ich den letzten Schnitt gesetzt. Der erste Teil der Wintertöchter-Trilogie ist erzählt und geht als bald wie schnell zum Verlag. Das heißt: Nicht mehr lange, bis es den ersten Teil der Bestseller-Trilogie Wintertöchter. Die Gabe als Hörbuch gibt.

Und wie am Ende jeder Hörbuchproduktion fühlt es sich seltsam an, fertig zu sein und ich bin froh, dass die Wintertöchter eine Trilogie sind und die Geschichte von Annelie, Marie und der Dede weitergehen wird.

Unterdessen geht es bald auch in den Podcastkanälen der BuchBar weiter- mit einem Kinderbuch. Und das nächste Podcasthörbuch steht auch schon in den Startlöchern. Aber alles zu seiner Zeit. Wenn es soweit ist, erzähl ich mehr.

Und jetzt bleibt der Vorsatz: Ich werde wieder ein bisschen mehr bloggen.
Wir lesen uns dann spätestens in einem Monat.

Anna

Auf einmal ist es da …

… es kommt so plötzlich, obwohl ich es doch weiß. Weil das Buch immer dünner wird. Weil ich weiß, wie viele Kapitel es hat. Und doch ist es auf einmal da. Das Ende. Das letzte Wort. Wenn ich das Buch jetzt schließe, werde ich es nicht mehr zum Einsprechen öffnen.

Ich werde noch länger mit dem Buch arbeiten. Ab morgen geht es für Annelie, die Dede und Marie in den Schnitt und damit beginnt der nächste Teil der Hörbuchproduktion. Auch er ist spannend, macht Spaß und treibt mich zwischendurch in den Wahnsinn – aber nichts ist mit dem Einsprechen vergleichbar. Bei Zeiten werde ich gerne ausführlich berichten, was das Besondere beim Einsprechen für mich ist, aber heute muss das warten. Ich hänge noch der Geschichte nach und muss mich an den Gedanken gewöhnen, dass die Geschichte „im Kasten ist“.

Danke Mignon und Danke Silke, dass ihr mir die Zeit gegeben habt und gebt, ein Teil der Wintertöchter zu werden und zu sein.

Wintertöchter. Die Gabe.
Der Bestseller von Mignon Kleinbek auch als Hörbuch. Bald. Bald. Bald.



Dies schreibt …

„Dies schreibt Anna Antonia Hohleitner, Bergbäuern und Sennerin, Tochter von Marie und Anton Hohleitner, im Alter von vierundsechzig Jahren.

Ich verbrachte mein ganzes Leben auf dem Julianenhof. Er ist mein Zuhause und mein Erbe.“

Wie die meisten von euch wissen, habe ich das große Glück und die große Ehre, die „Wintertöchter“ von Mignon Kleinbek als Hörbuch einzusprechen. Wann immer ich kann, bin ich im BuchBarStudio und spreche ein.

Nun sind die „Wintertöchter“ aber kein Buch, das man mal eben so schnell liest. Weder als Leser mit dem Buch in der Hand noch als Hörbuchsprecherin mit dem Buch in der Hand.

Mignon hat ein so beindruckendes Werk mit viel Tiefe geschaffen und daran darf in der Hörbuchversion nichts verloren gehen. Daher lese ich mich in jeden Abschnitt ein; finde heraus, welche die richtige, die sinngebende Betonung für einen Satz ist. Fühle mich ein in die Marie. In die Dede und in die Annelie.


Mignon wechselt die Erzählperspektive zwischendurch und so wechsel auch ich in der Erzählperspektive und werde dann zu Anna. Für ihre Rückblicke habe ich eine Stimmfarbe gefunden und gewählt, die passt, wie ich finde. Manchmal ist es dann aber gar nicht so einfach aus der Erzählerperspektive heraus und mit Dialogen zwischen Marie und ihrer achtjährigen Tochter Anna, mit Männerstimmen und viel Geschehen, zurück zur erwachsenen Anna zurück zu wechseln. Damit mir das aber doch recht schnell gelingt, haben ich eben diesen Text vom Anfang des Buches.

Ich mache dann also eine kleine Pause. Schließe die Augen und lege die Dynamik des jüngst gesprochenen Abschnitts beiseite. Atme ein paar Mal durch und sage mir dann:

Dies schreibt Anna Antonia Hohleitner, Bergbäuern und Sennerin, Tochter von Marie und Anton Hohleitner, im Alter von vierundsechzig Jahren. Ich verbrachte mein ganzes Leben auf dem Julianenhof. Er ist mein Zuhause und mein Erbe.“

Und schon hab ich die „alte Anna“ wiedergefunden und kann sie ihre Geschichte erzählen lassen.

Die „Wintertöchter“ sind eine unglaublich tolle Trilogie und ich bin wirklich dankbar, dass es das Schicksal vorgesehen hat, das Mignon Bücher schreibt!



Luft.

Ich hab dringend Luft gebraucht.
Wisst Ihr, was mir unheimlich geholfen hat, durchatmen zu können? Lesen. Im Dezember sind wir umgezogen – an einen Ort, an dem ich schon so lange leben wollte. Mein Mann, das Hundetier und ich leben in einem unfassbar schönen Stadtteil unserer Stadt.
Und unsere Wohnung hat eine Terrasse. Die, dank meiner Mama, unheimlich toll voller blühender Blumen ist. Und als das Wetter so schön war, saß ich gefühlt den ganzen Tag draussen und habe gelesen. Wenn ich nicht das Blumencenter leergekauft habe.  Also irgendwann vor Ostern.

Ich habe unter anderem Teil II und III der Wintertöchter von Mignon Kleinbek weggesuchtet.
Was für ein Werk.
Liebe Mignon, ich verneige mich vor Dir!

Davor, dahinter und dazwischen musste/durfte/konnte ich arbeiten. In meinem Hauptjob als RadioNachrichtenFrau. Durch Corona ist die Arbeit nicht weniger geworden. Im Gegenteil. Was dafür sorgt, dass die Tage, Wochen und Monate nur so vorbeifliegen und ich aufpassen muss, mich nicht zu verlieren. Darum habe ich jetzt am langen Wochenende mal den Anker ausgeworfen und die vier freien Tage sehr ausgekostet.

Den Tag gestern hab ich fast komplett im BuchBarStudio verbracht. Kapitel um Kapitel. Ein bisschen hat es mich an das Einsprechen von „Zurückgeträumt“ von Jeannette Kauric erinnert. Daran, dass die emotionalen Szenen anstrengend sind. Anstrengend, weil ich in das Gefühl reingehe. Laufen der Dede oder der Marie („Wintertöchter“) die Tränen, dann tuen sie es auch bei mir. Denn wie sonst bekomme ich die belegte, tränenerstickte Stimme hin? Das dann auch mal gerne über mehrere Minuten, weil ich immer und immer wieder über ein Wort stolpere und den Satz einfach nicht gerade herauskriege. Und heraus muss ich mich dann am Ende auch wieder kriegen. Raus aus den Emotionen der Protangonisten; denn sonst übernehme ich Trauer, Wut und Zorn in mein Privatleben und das erklär mal wer dem Mann und dem Hund….

Meine Schritte als Hörbuchsprecherin. Manche fallen leicht, andere nicht so sehr. Aber der Weg ist toll und ich freue mich auf das Ziel. Schön, dass ihr mit mir geht!

Anna

Die andere Anna und Maban.

Ich habe euch schonmal von ihr erzählt. Von dieser unheimlich netten Frau, die wie ich unglaublich gerne Wolken guckt. Die es mag, wenn der Blick schweifen kann und die mir mal, einfach so, weil ihr danach war, ein Überraschungspaket geschickt hat. Das ist „die andere Anna“. Anna Danielle. Wir kennen uns nicht persönlich; sondern fast ausschließlich über Instagram. Da folgte sie mir irgendwann, ich folgte ihr und mir-nichts-dir-nichts war da dieser Kontakt, den ich auch nicht mehr missen möchte.

Anna Danielle ist Autorin und hat gerade ihr Debut veröffentlicht!

Maban. Der Seelenopal

Wenn die Stimmen der Ahnen nach dir rufen, dann ist es an der Zeit, aufzuwachen und dein Schicksal in die Hand zu nehmen. […] Erwache Wächter des Lichts deine Zeit ist gekommen!

Auch an dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch zur Veröffentlichung und Happy Buchgeburtstag!

Die andere Anna und ich haben inzwischen telefoniert. Wir hatten da was zu besprechen. Ich freue mich wahnsinnig und es ist mir eine riesige Ehre, dass mir Anna Danielle ihr Buchdebut für eine Leseprobe anvertraut. Und wie konnte ich den Anna-Wunsch abschlagen, dass die Leseprobe in Podcastlänge zur BuchBarZeit online gehen wird.

BuchBarZeit: Immer
Neue Episode: Freitag. 18 Uhr.

Also. Freitag (27.3.2020) um 18 Uhr lernt ihr Linus und Nyro in den BuchBarPodcastKanälen kennen (und sicherlich auch lieben). Und fühlt Euch zu jeder Zeit frei, das Buch zu kaufen und zu verschenken.

Bleibt gesund!

Anna

Entschleunigen und „Play“ drücken

Zuhause bleiben und wieder ein bisschen Entschleunigung lernen. Ehrlich. Das ist gar nicht so schlimm. Macht das Mal! Nehmt Euch Zeit für Dinge, die ihr schon länger nicht mehr gemacht habt. Den Haushalt oder so. Spaaaaaß. Sagt Eurem Partner, er soll das machen.

Ne, ernst jetzt. Wenn ihr die Zeit habt und sie euch endlich nehmen könnt #stayhome, dann macht es euch gemütlich. Macht es euch bequem und taucht ein in die fantastischen Welten, die Autoren für Euch geschaffen haben.

Ich habe früher viel gelesen; das war bei mir immer so ein Entspannungsding. Wenn ich bei mir war und die innere Ruhe hatte, hab ich Bücher verschlungen. Manchmal auch Nächte durch, weil ich das Buch nicht beiseite legen konnte. Und dann … fehlten mir die Zeit und die Ruhe. Immer war was. Mir hat das Lesen gefehlt. Und wenn ich dann mal nach einem Buch griff, dann dauerte es zwei Seiten und ich war eingeschlafen. So. Ok. Das ist der wahre Grund, weshalb ich mit dem Hörbuchsprechen angefangen habe … ich wollte einfach mal wieder lesen.
Überraschenderweise schweife ich ab. (Dirk vom Podcast „absolut ginlos“! Ich höre Dich bis hierhin lachen!) .

Nehmt Euch die Zeit für ein gutes Buch. Lest es selbst oder lasst für Euch lesen. Ich mach das. Einfach einen der BuchBarKanäle auswählen und „Play“ drücken.

Eben sind die letzten beiden Leseproben der BookcrewGermany-OnlineBuchmesse in den Podcastkanälen online gegangen.

Grenzenlose Intrigen“ von Claudia Konrad
und
Wintertöchter. Die Gabe“ von Mignon Kleinbek.

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